It’s bigger than hiphop - Dead Prez supported by Pee Froiss
Urban Vibes presents29. , Muffathalle und -café
it’s bigger than hiphop
(oder: vom Mount Everest via Sahara über die Freiheitsstatue bis zum Uaaatzmann)
live mit
dead prez, New York City
supports:
umi (P.O.W.), New York City
Xuman feat. Kocc 6 & DJ Gee Bayss (Pee Froiss), Dakar
Da Nepsydaz, Kathmandu
Main Concept, München
B-Boys: Swift Rock & Step2Diz
Talk mit Dead Prez, Xuman, David P und Da Nepsydaz, Moderation Daniel Köhler
Graffiti- Installation von Z-Rock & Flin
Talk im Café: 19.00 Uhr, Jam in der Halle: 20.30 Uhr. VVK: 18 Euro plus Gebühren, AK 23 Euro
Trifft Nas' Aussage „HipHop is dead“ zu? Materielle Träume statt Veränderung und Umsturz? Leichtverdauliches Entertainment statt Edutainment?
Dead Prez, die am 29.03. zum ersten Mal in voller Besetzung in München auftreten, beweisen das Gegenteil. Sie performen nicht nur engagierte Lyrics zu fetten Beats, sondern sind auch politisch aktiv. So setzten sie sich beispielsweise für die Schließung des US-Gefangenen-Lagers in Guantanamo ein und beschreiten mit M1s CD „Confidential“ und Sticmans soeben veröffentlichter Scheibe „Manhood“ auch musikalisch neue Wege.
Und Dead Prez Family-Mitglied umi, kreativer „Newcomer“- MC, DJ und Filmemacher, der die Bühne bereits mit Mos Def, Erika Baduh, The Roots, Busta Rhymes und KRS One teilte, rappt auf seinem ersten Solo-Album nicht nur für politische Häftlinge und über persönliche Rassismus-Erfahrungen von Alabama bis New York. Der Mann, der aus einer Black Panther-Familie in den Südstaaten stammt, wirft auch verschiedene – scheinbar nicht hiphop-kompatible - Musikstile der USA vom Blues bis hin zu „weißen“ Irish Folk-Samples in den Mix und kreiert so einen ganz eigenen Stil „of all colors“.Doch obwohl HipHop häufig als „black American thang“ verdinglicht wird, hat er sich längst über die sozio-kulturellen Grenzen der African American Communities hinaus ausgebreitet. Asians oder sogenannte „white wannabes“ sind mittlerweile nicht mehr nur passive KonsumentInnen, sondern produzieren selbst HipHop – und das weltweit...
So begann die Transnationalisierung der „HipHop Nation“ über den Black Atlantic bereits ab Anfang der 1980er Jahre. Angeregt duch Filme wie „Wild Style“ (1982) etablierten sich schließlich internationale Szenen mit eigenständigem „local flavor“. In Deutschland zogen Advanced Chemistry mit „Fremd im eigenen Land“ gegen Ausländerfeindlichkeit ins Feld und die Münchner Crew Main Concept erwarb in der deutschen HipHop-Szene eine Art Kultstatus, weil sie sich der Kommerzialisierung bis heute verweigert. In Westafrika gaben die MCs und Polit-Aktivisten von Positive Black Soul und Pee Froiss mit „Boul Falé“ (Tu, was du für richtig hältst, Lass dich nicht manipulieren“) einer ganzen Generation einen Schlachtruf. Xuman, Kocc 6 und DJ Gee Bayss gehören heute mehr denn je zur Speerspitze ihrer „Zunft“. Mit tiefgründig-bissigen Lyrics und humorvoll-sarkastischen Wortspielen in Wolof, Französisch , Englisch und Patois decken die drei Senegalesen von Pee Froiss so manche Machenschaften der „Politricks“ auf und prangern gesellschaftliche Missstände weltweit an. Drohungen brachten Xuman, Dakars unbequemsten MC, so weit, dass er einen Teil seiner „explicit lyrics“ als Solo-Album herausbrachte, da er die Verantwortung hierfür selbst tragen wollte. Seine Reime haben nicht zum Ziel, andernorts geprägte Stereotypen nachzubeten. „Gangsta Rap gibt es bei uns kaum,“ erklärt Xuman, „Wir haben die Essenz des HipHop bewahrt und weiterentwickelt. Er ist ein Ventil für Protest, Veränderung und Entwicklung, eine Botschaft von Frieden und Einheit für die 'génération sacrifiée', die 'geopferte Generation'“. Trotz allem kommt auch der Dance floor nicht zu kurz, „schließlich lassen“ - so Xuman - „sogar Revoluzzer ab und zu gerne mal Dampf ab“.
Inspiriert von 2Pac, Public Enemy und Dead Prez tun sich abseits der „klassischen“ HipHop-Länder immer wieder neue Zentren auf: Im seit Jahren vom Bürgerkrieg zerrütteten Himalaya-Staat Nepal etablierte sich mit „Nephop“ eine transnationale Subkultur, die in der US-amerikanischen und kanadischen Diaspora ihren Anfang nahm. Bis sich schließlich die virtuelle Nephop-Community regelmäßig im Forum von KTM Rapz traf und HipHop als „means of edutainment“ auch in der „alten“ Heimat Kathmandu einführte. Nephop wirkt integrativ. Er verleiht Nepalis verschiedenster ethnischer und sozialer Herkunft weltweit eine neue Identität, eine Art „Wir-Gefühl“. Und Da Nepsydaz aus dem Land der Yaks und Yetis kreierten mit ihrer schrägen Fusion aus sozialkritischer Message, Hardcore, Rock, Bhangra und Nepali Pop echten HipHop „Made in Nepal“.
Von Black America's revolutionärsten Bewegung – kurz: dead prez - bis zu Westafrikas Public Enemy , von Deutschland's Freestyle-Doktor in weißem Kittel und HipHop-Sneakers bis hin zu den Pionieren des Himalayan Ghetto-Rap - so unterschiedlich Herkunft und Style der einzelnen Crews auf den ersten Blick auch erscheinen – sie alle sind Aktivisten, die über das globale Sprachrohr HipHop Messages unter die Leute bringen. Und für sie alle bedeutet HipHop vor allem eins: Als Bewegung stark sein und Verantwortung zu übernehmen! „Community control“ eben - um es in M1's Worten auszudrücken. Ein lyrischer Kampf gegen tägliche Gehirnwäsche........die Zeit der „Last Poets“ ist hoffentlich noch lange nicht angebrochen......Hiphop lives!!! And it's even bigger than hiphop............!
Weitere Infos zu den Crews:
dead prez
http://www.bossupbu.com
http://www.myspace.com/M1RBG
umi (dead prez family & POW)
http://www.myspace.com/umisworld
Xuman, Kocc 6 & DJ Gee Bayss = PEE FROISS
http://www.myspace.com/peefroiss
http://www.myspace.com/xuman
Da Nepsydaz
www.myspace.com/danepsydaz
Main Concept
www.58beats.com
No comments Yet

Comments